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Stoßdämpfer und Fahrwerk – welche Anzeichen erkennt der TÜV?

Fahrzeug auf einer Kfz-Prüfstation in Berlin mit sichtbarem Stoßdämpfer, Fahrwerk und Reifen

Stoßdämpfer beim TÜV sind ein wichtiger Teil der Hauptuntersuchung, weil sie gemeinsam mit Federn, Reifen und Radaufhängung für den sicheren Kontakt zur Fahrbahn sorgen. Stoßdämpfer beim TÜV fallen nicht nur durch sichtbaren Ölverlust auf, sondern auch durch instabiles Fahrverhalten, auffälligen Reifenabrieb oder beschädigte Fahrwerksteile.

Die Hauptuntersuchung, umgangssprachlich oft „TÜV“ genannt, umfasst Sicht-, Funktions- und Wirkprüfungen an sicherheitsrelevanten Bauteilen. Dazu gehören auch Fahrwerk, Räder, Reifen und Aufhängung. TÜV NORD beschreibt die HU als Prüfung mit mehr als 150 Einzelpunkten.

Welche Auswirkungen haben undichte oder verschlissene Stoßdämpfer?

Stoßdämpfer bremsen die Bewegungen der Federn und halten das Rad möglichst gleichmäßig auf der Straße. Wenn ein Dämpfer verschleißt, schwingt das Fahrzeug nach Bodenwellen länger nach, und es kann in Kurven oder bei schnellen Ausweichmanövern unruhiger reagieren.

Typische Anzeichen sind:

  • sichtbarer Ölverlust am Stoßdämpfer,
  • mehrfaches Nachwippen nach Bodenwellen,
  • starkes Eintauchen der Fahrzeugfront beim Bremsen,
  • instabiler Geradeauslauf,
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Seitenwind,
  • Polter- oder Klappergeräusche,
  • ungleichmäßige Abnutzung der Reifen.

Die DEKRA nennt mehrfaches Nachschwingen, starkes Eintauchen beim Bremsen und eine erhöhte Seitenwindempfindlichkeit als typische Hinweise auf verschlissene Stoßdämpfer.

Ein leichter Ölfilm muss jedoch nicht automatisch zur Verweigerung der Prüfplakette führen. Entscheidend sind Umfang, Funktion und Sicherheitsrelevanz des Mangels, sodass die abschließende Bewertung beim Prüfingenieur liegt.

Was kontrolliert der TÜV an Federn, Aufnahmen und Fahrwerksteilen?

Bei der HU betrachtet der Prüfingenieur das Fahrwerk nicht isoliert, sondern als Gesamtsystem. Deshalb prüft er neben den Stoßdämpfern auch die angrenzenden Bauteile.

BauteilTypische Prüfpunkte
FedernBruch, starke Korrosion, falscher Sitz oder sichtbare Verformung
StoßdämpferDichtheit, Beschädigung, Befestigung und erkennbare Funktionsprobleme
AufnahmenRisse, lose Befestigungen, beschädigte Gummilager oder Korrosion
RadaufhängungQuerlenker, Traggelenke, Lager, Achsschenkel und Stabilisator
Reifen und RäderSchäden, Profiltiefe, Luftdruck und ungleichmäßiger Verschleiß
LenkungSpiel, beschädigte Gelenke und auffällige Bewegungen

Die DEKRA ordnet Federn, Stoßdämpfer, Stabilisatoren und Lenker als zusammenwirkende Bestandteile des Fahrwerks ein. Diese Bauteile müssen den Kontakt zwischen Fahrzeug und Straße auch beim Bremsen und bei schnellen Richtungswechseln sicher gewährleisten.

Bei Fahrzeugen mit einem nachgerüsteten Sportfahrwerk kontrolliert der Prüfer zusätzlich, ob der Umbau vorschriftsmäßig und dokumentiert ist. Dafür können beispielsweise eine ABE, ein Teilegutachten oder eine Änderungsabnahme erforderlich sein.

Warum liefert ungleichmäßiger Reifenabrieb wichtige Hinweise?

Der Reifen zeigt häufig, wie das Fahrwerk tatsächlich arbeitet. Nutzt sich die Lauffläche nur an der Innen- oder Außenseite ab, kann eine falsche Spur- oder Sturzeinstellung vorliegen. Ein wellenförmiges oder sägezahnartiges Verschleißbild kann dagegen auf eine unzureichende Dämpfung hindeuten.

Allerdings beweist Reifenabrieb allein noch keinen defekten Stoßdämpfer. Auch falscher Luftdruck, eine beschädigte Achsaufhängung oder eine verstellte Fahrwerksgeometrie kommen infrage. Die KÜS weist ebenfalls darauf hin, dass ungleichmäßiger Reifenverschleiß mit Problemen an Spur, Fahrwerk, Luftdruck oder Dämpfung zusammenhängen kann.

Wenn ein Rad wegen schlechter Dämpfung nicht ruhig über die Fahrbahn läuft, wird der Reifen punktuell stärker belastet. Dadurch können sich sogenannte Auswaschungen oder Sägezähne bilden, während das Fahrzeug gleichzeitig an Stabilität verliert.

Was sollten Sie vor der HU in Berlin prüfen?

Vor dem Termin sollten Sie die Reifen bei ausreichendem Licht ansehen und auf Ölspuren, Risse, gebrochene Federn sowie lose oder beschädigte Bauteile achten. Außerdem lohnt sich eine kurze Probefahrt, wenn das Fahrzeug übermäßig nachschwingt, beim Bremsen stark eintaucht oder unruhig geradeaus läuft.

Ein einfacher Drucktest an der Karosserie ersetzt jedoch keine fachliche Prüfung. Er erkennt höchstens vollständig ausgefallene Stoßdämpfer, während schleichender Verschleiß oft nur auf einem Prüfstand oder durch eine genaue Sicht- und Funktionsprüfung auffällt. Die KÜS bezeichnet den sogenannten Wipptest deshalb nicht als zuverlässiges Diagnoseverfahren.

Bei der MAG Prüfstation in Berlin-Heinersdorf können Sie die Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung durchführen lassen. MAG Ingenieure unterstützt außerdem bei Änderungsabnahmen, wenn beispielsweise ein anderes Fahrwerk, neue Felgen oder weitere technische Änderungen eingebaut wurden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zur Hauptuntersuchung von MAG Ingenieure, bei den Fahrzeugprüfungen und Änderungsabnahmen sowie im Kontaktbereich.

Was passiert, wenn das Fahrwerk die HU nicht besteht?

Stellt der Prüfingenieur einen sicherheitsrelevanten Mangel fest, wird die Prüfplakette nicht zugeteilt. Der Mangel muss zunächst fachgerecht behoben werden, und anschließend erfolgt die Nachprüfung.

Nach § 29 StVZO sowie Anlage VIII StVZO müssen festgestellte Mängel unverzüglich beseitigt werden. Die Nachprüfung muss grundsätzlich innerhalb eines Monats erfolgen, wenn der Prüfbericht eine entsprechende Wiedervorführung verlangt.

Bringen Sie zur Nachprüfung den vollständigen Untersuchungsbericht mit, weil der Prüfingenieur die dort aufgeführten Mängel gezielt kontrolliert. Nach der Reparatur sollten Sie außerdem prüfen lassen, ob beispielsweise eine Achsvermessung oder ein achsweiser Austausch der Stoßdämpfer notwendig ist.

Unser Tipp: Wenn Ihr Fahrzeug nach Bodenwellen nachschwingt, die Reifen ungleichmäßig ablaufen oder der Geradeauslauf instabil wirkt, warten Sie nicht bis zur nächsten HU. Lassen Sie das Fahrwerk vorher kontrollieren und vereinbaren Sie bei MAG Ingenieure in Berlin einen passenden HU-Termin oder Beratungstermin.

Hinweis: Die Bewertung einzelner Fahrwerksmängel hängt vom konkreten Fahrzeug, vom Bauteilzustand und von der Sicherheitsrelevanz ab. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften und der aktuelle Untersuchungsbericht.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. § 29 StVZO – Hauptuntersuchung
  2. Anlage VIII StVZO – Durchführung der HU
  3. TÜV NORD – Hauptuntersuchung
  4. DEKRA – HU-Checkliste und Fahrwerk
  5. ADAC – Gefahr durch Aquaplaning
  6. KÜS – Defekte Stoßdämpfer erkennen

Stand: 15.09.2026