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Motorraum vor der HU – welche Flüssigkeiten und Leitungen werden kontrolliert?

Geöffneter Motorraum mit Öl-, Kühlmittel- und Bremsflüssigkeitsbehälter sowie befestigten Leitungen

Wer den Motorraum vor der HU prüfen möchte, sollte vor allem auf Flüssigkeitsverluste, beschädigte Schläuche und lose Befestigungen achten. Denn Öl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit oder Kraftstoff dürfen nicht unkontrolliert austreten, während Leitungen und Behälter sicher am Fahrzeug befestigt sein müssen.

Ein kurzer Sichtcheck ersetzt keine Werkstattdiagnose, aber er kann auffällige Stellen frühzeitig zeigen. Deshalb lohnt sich die Kontrolle vor dem Termin bei der Hauptuntersuchung (HU), besonders wenn unter dem Fahrzeug Flecken liegen oder eine Warnleuchte aufleuchtet.

Welche Flüssigkeiten werden im Motorraum kontrolliert?

Bei der HU geht es nicht nur um den Füllstand. Der Prüfingenieur achtet auch darauf, ob Flüssigkeiten austreten und dadurch die Verkehrs- oder Umweltverträglichkeit beeinträchtigt wird. Die Bewertung hängt vom Umfang, der Ursache und der konkreten Gefährdung ab.

FlüssigkeitRelevante AuffälligkeitenWas sollte geprüft werden?
MotorölFrische Ölspuren, Tropfen oder deutlicher ÖlverlustDichtungen, Ölwanne, Filterbereich und Leitungen
KühlmittelNasse Stellen, farbige Rückstände, süßlicher Geruch oder sinkender FüllstandAusgleichsbehälter, Schläuche, Kühler und Anschlüsse
BremsflüssigkeitFeuchte Stellen am Behälter, an Leitungen oder im Bereich der RäderBremsanlage, Leitungen, Schläuche und Füllstand
KraftstoffKraftstoffgeruch, feuchte Stellen oder TropfenKraftstoffleitungen, Anschlüsse, Tankbereich und Leitungen
Hydraulik- oder GetriebeölÖlige Spuren an sichtbaren Leitungen oder BauteilenLeitungen, Dichtungen und Anschlüsse

Die Anlage VIII der StVZO bildet den rechtlichen Rahmen für die Hauptuntersuchung. Die konkrete Mängelbewertung erfolgt jedoch anhand des tatsächlichen Zustands des Fahrzeugs und der geltenden Prüfvorgaben.

Ölverlust am Motor

Ein leichter, älterer Ölfilm ist nicht automatisch mit einem starken Flüssigkeitsverlust gleichzusetzen. Frische Tropfen, eine deutlich nasse Motorunterseite oder Ölflecken unter dem Fahrzeug sollten Sie trotzdem ernst nehmen.

Öl kann auf heiße Bauteile gelangen und dadurch Geruch oder Rauch verursachen. Außerdem kann ein größerer Verlust zu einem zu niedrigen Ölstand und damit zu einem Motorschaden führen. Der ADAC-Ratgeber zu Motoröl erklärt, warum der richtige Ölstand und die passende Ölspezifikation wichtig sind.

Kühlmittelverlust

Kühlmittelspuren zeigen sich häufig als feuchte Stellen, farbige Rückstände oder helle Ablagerungen an Schläuchen und Verbindungen. Ein sinkender Stand im Ausgleichsbehälter kann auf eine Undichtigkeit hinweisen.

Öffnen Sie den Kühlmittelbehälter niemals bei heißem Motor, weil das Kühlsystem unter Druck stehen kann. Der ADAC informiert zum sicheren Kontrollieren und Nachfüllen von Kühlmittel und weist auf die Verbrühungsgefahr bei heißem Motor hin.

Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeit ist besonders sicherheitsrelevant. Feuchtigkeit am Ausgleichsbehälter, an Bremsleitungen oder im Bereich eines Rades kann auf eine Undichtigkeit hindeuten.

Auch ein sinkender Füllstand oder ein ungewöhnlich weiches Bremspedal verlangt eine fachliche Prüfung. Der ADAC erklärt zur Bremsflüssigkeit, dass sich der Zustand der Flüssigkeit nicht allein am Behälter ablesen lässt und ein Leck in der Leitung zu schleichendem Verlust führen kann.

Kraftstoffverlust

Kraftstoffgeruch oder feuchte Stellen an Kraftstoffleitungen sind kein kleiner Schönheitsfehler. Benzin und Diesel können sich entzünden, während austretender Kraftstoff außerdem die Umwelt belastet.

Bei deutlichem Kraftstoffgeruch, sichtbaren Tropfen oder einer Pfütze sollten Sie das Fahrzeug nicht weiterfahren. Lassen Sie die Ursache zunächst in einer Werkstatt prüfen.

Warum müssen Leitungen und Behälter sicher befestigt sein?

Leitungen und Behälter dürfen nicht lose im Motorraum liegen. Eine fehlende oder beschädigte Halterung kann dazu führen, dass eine Leitung an beweglichen Teilen, scharfen Kanten oder heißen Bauteilen scheuert.

Das kann mehrere Folgen haben:

  • Eine Bremsleitung kann beschädigt werden und Bremsflüssigkeit verlieren.
  • Eine Kraftstoffleitung kann undicht werden und ein Brandrisiko schaffen.
  • Ein Kühlmittelschlauch kann sich lösen oder aufscheuern.
  • Kabel können beschädigt werden und Kurzschlüsse verursachen.
  • Ein Behälter kann während der Fahrt verrutschen oder brechen.

Besonders wichtig sind deshalb die richtige Leitungsführung, ausreichender Abstand zu heißen Teilen sowie intakte Befestigungsclips und Halterungen. Die TÜV-NORD-HU-Checkliste nennt unter anderem die Kontrolle von Leitungen auf scheuerfreie Verlegung und Beschädigungen.

Was kann der Halter vor dem HU-Termin selbst kontrollieren?

Sie können den Motorraum vor der HU prüfen, ohne Bauteile zu zerlegen. Führen Sie die Kontrolle bei abgestelltem und abgekühltem Fahrzeug an einem gut beleuchteten Ort durch.

  1. Unter das Fahrzeug schauen: Gibt es frische Flecken oder Tropfen?
  2. Füllstände ablesen: Öl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit nur anhand der vorgesehenen Markierungen prüfen.
  3. Schläuche ansehen: Achten Sie auf Risse, aufgequollene Stellen, Scheuerstellen und lose Anschlüsse.
  4. Behälter kontrollieren: Prüfen Sie, ob Deckel, Behälter und sichtbare Halterungen intakt sind.
  5. Gerüche beachten: Öl-, Kühlmittel- oder Kraftstoffgeruch kann auf eine Undichtigkeit hinweisen.
  6. Warnleuchten prüfen: Öl-, Kühlmittel-, Brems- oder Motorkontrollleuchten dürfen nicht dauerhaft leuchten.
  7. Batterie und Kabel ansehen: Kabel sollten nicht lose, beschädigt oder an scharfen Kanten gescheuert sein.
  8. Bremsgefühl beachten: Ein weiches oder ungewöhnlich weit durchgedrücktes Bremspedal gehört sofort in fachkundige Hände.

Der ADAC empfiehlt für die HU-Vorbereitung ebenfalls, auf Flüssigkeitsverluste, Leitungen und Schläuche zu achten.

Wichtig: Füllen Sie nicht einfach Flüssigkeiten nach und löschen Sie keine Warnleuchten, ohne die Ursache zu klären. Ein korrekter Füllstand repariert keine undichte Leitung.

Wann sollte das Fahrzeug nicht mehr gefahren werden?

Bei sichtbarem Kraftstoffverlust, starkem Ölverlust, einer roten Bremswarnleuchte oder einem auffällig weichen Bremspedal sollten Sie nicht eigenständig zur HU fahren. Das gilt auch, wenn Kühlmittel austritt und die Motortemperatur ansteigt.

In solchen Fällen ist eine fachliche Diagnose erforderlich. Die HU kann den technischen Zustand bewerten, ersetzt aber keine Reparatur und keine Wartung.

Motorraum vor der HU prüfen bei MAG Ingenieure in Berlin

MAG Ingenieure führt die Hauptuntersuchung in Berlin-Pankow beziehungsweise Berlin-Heinersdorf als TÜV-NORD-Partner durch. Bei der HU werden sicherheits- und umweltrelevante Fahrzeugbereiche nach den geltenden Vorgaben geprüft.

Wenn Sie vor dem Termin unsicher sind, ob eine sichtbare Undichtigkeit oder eine lose Leitung relevant sein könnte, können Sie die Terminbuchung von MAG Ingenieure nutzen oder über das Kontaktformular eine individuelle Anfrage stellen.

Die MAG-Prüfstation ist für Kunden in Berlin und im Umland gut erreichbar. Für Gutachten und individuelle Prüfaufträge kann MAG Ingenieure außerdem mobil in Berlin und Umgebung tätig werden; bundesweite Anfragen werden nur nach individueller Abstimmung übernommen.

Weitere Informationen zur Hauptuntersuchung in Berlin-Heinersdorf finden Sie auf der Website von MAG Ingenieure.

Stand: 15.09.2026
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Maßgeblich sind der konkrete Fahrzeugzustand, die geltenden gesetzlichen Vorschriften und die Bewertung im Rahmen der Untersuchung.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Anlage VIII StVZO – Hauptuntersuchung
  2. § 29 StVZO – Untersuchungen und Prüfungen
  3. ADAC: HU-Checkliste
  4. ADAC: Kühlmittel kontrollieren und nachfüllen
  5. ADAC: Bremsflüssigkeit
  6. TÜV NORD: Hauptuntersuchung
  7. TÜV NORD: HU-Checkliste als PDF