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Abgasuntersuchung beim TÜV: Was wird tatsächlich gemessen?

Abgasuntersuchung in einer Kfz-Prüfstation mit Abgasmessgerät und OBD-Diagnosegerät

Die Abgasuntersuchung beim TÜV ist heute ein Teil der Hauptuntersuchung (HU). Dabei prüft die Untersuchungsstelle nicht nur den Schadstoffausstoß am Endrohr, sondern auch das Motormanagement, die Abgasreinigung und – bei modernen Fahrzeugen – die On-Board-Diagnose (OBD). Welche Werte im Mittelpunkt stehen, hängt vom Antrieb, der Abgasnorm und den Herstellervorgaben ab.

Für Berlin und das Umland gilt deshalb: Eine kurze Fahrt zur Betriebstemperatur kann sinnvoll sein, sie ersetzt aber keine Reparatur. Wer Warnleuchten, Fehlerspeicher oder auffällige Motorgeräusche vor dem Termin prüfen lässt, vermeidet unnötige Überraschungen.

Welche Werte prüft die AU bei Benzinfahrzeugen?

Bei Ottomotoren analysiert das Messgerät typischerweise die Abgaskomponenten Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC), Kohlendioxid (CO₂) und Sauerstoff (O₂). Aus dem Verhältnis dieser Gase lässt sich außerdem der Lambda-Wert beurteilen. Lambda zeigt vereinfacht, ob das Luft-Kraftstoff-Gemisch passend zusammengesetzt ist.

Die Messung erfolgt – abhängig von Fahrzeug und Prüfverfahren – im Leerlauf und bei erhöhter Drehzahl. Zusätzlich kontrolliert die prüfende Person sichtbare Teile der Abgasanlage sowie die Motormanagement- und Abgasreinigungssysteme. Bei modernen Fahrzeugen liest die AU außerdem die OBD-Daten aus und vergleicht die Ergebnisse mit den für das Fahrzeug geltenden Grenzwerten.

Was wird beim Diesel gemessen?

Beim Dieselfahrzeug stehen andere Auffälligkeiten im Vordergrund. Ältere Diesel werden unter anderem über die Rauchgastrübung beziehungsweise den Absorptionskoeffizienten beurteilt. Bei Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 6 ist seit 2023 grundsätzlich die Partikelanzahlmessung ein wichtiger Bestandteil der AU. Dabei erfasst ein Partikelmessgerät die Konzentration feiner Partikel im Abgas.

Der ADAC beschreibt für die AU einen Grenzwert von 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Maßgeblich bleiben jedoch das konkrete Fahrzeug, die zugrunde liegende Abgasnorm und das jeweils angewendete Prüfverfahren. Deshalb sollte ein auffälliger Wert nicht automatisch zum Austausch des Dieselpartikelfilters führen. Zuerst gehören Filter, Differenzdrucksensoren, Temperatursensoren, Abgasrückführung und Fehlerspeicher fachgerecht geprüft.

Wie unterscheiden sich Hybrid- und Gasfahrzeuge?

Ein Hybridfahrzeug mit Verbrennungsmotor muss ebenfalls zur Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems. Die Abgasuntersuchung beim TÜV richtet sich dabei nach dem Verbrennungsmotor und der jeweiligen Fahrzeugtechnik. Bei einem Benzin-Hybrid stehen daher meist ähnliche Abgaswerte wie bei einem Ottomotor im Mittelpunkt; bei einem Diesel-Hybrid gelten die dieseltypischen Prüfungen. Zusätzlich muss die Prüfstelle den Verbrennungsmotor unter den vorgesehenen Prüfbedingungen sicher betreiben können.

Ein reines Elektrofahrzeug erzeugt keine Motorabgase und benötigt daher keine AU. Die HU prüft dort trotzdem sicherheitsrelevante Bauteile sowie unter anderem Hochvoltsystem und Batterie.

Bei LPG- oder CNG-Fahrzeugen prüft die AU die Abgaswerte des Verbrennungsmotors nach den fahrzeugbezogenen Vorgaben. Je nach Fahrzeug und Auftrag kommt außerdem eine separate Prüfung der Gasanlage hinzu. Die TÜV-NORD-Information zur Abgasuntersuchung unterscheidet deshalb zwischen UMA und GAP. UMA steht für die Untersuchung des Motormanagement- und Abgasreinigungssystems, GAP für die Gasanlagenprüfung.

Welche Rolle spielen Motorwarnleuchte und OBD-Speicher?

Die Motorwarnleuchte weist häufig auf einen Fehler im Motormanagement oder in der Abgasreinigung hin. Leuchtet sie dauerhaft, kann das bereits auf einen abgasrelevanten Mangel hindeuten. Die AU liest deshalb bei geeigneten Fahrzeugen den OBD-Speicher aus. Dabei interessieren unter anderem gespeicherte Fehlercodes, der Status der Warnleuchte und die sogenannten Readiness-Codes.

Readiness-Codes zeigen, ob bestimmte Selbsttests des Fahrzeugs abgeschlossen sind. Wer den Fehlerspeicher unmittelbar vor der AU löscht oder die Batterie abklemmt, entfernt den Fehler nicht zuverlässig. Stattdessen können die Selbsttests noch nicht abgeschlossen sein, und die Prüfung kann dadurch auffällig werden. Ein sauberer Prüfablauf beginnt daher mit der Diagnose der Ursache – nicht mit dem Löschen der Anzeige.

Warum muss der Motor warm sein?

Abgaswerte lassen sich nur sinnvoll beurteilen, wenn der Motor die vorgeschriebene Betriebstemperatur erreicht hat. Bei vielen Fahrzeugen liegt sie ungefähr bei 80 °C, jedoch entscheidet die Herstellervorgabe. Die Prüfstelle ermittelt die Temperatur je nach Fahrzeug über eine Sonde oder über OBD-Daten.

Ein kalter Motor kann deshalb die Messung verlängern oder zu nicht repräsentativen Werten führen. Eine normale Fahrt vor dem Termin hilft, damit Motor und Abgasnachbehandlung ihre regulären Betriebsbedingungen erreichen. Starkes Hochdrehen im Stand, spezielle Kraftstoffzusätze oder eine künstliche „Reinigungsfahrt“ ersetzen dagegen keine Wartung und beeinflussen die Prüfung nicht zuverlässig.

Merksatz: Betriebstemperatur schafft korrekte Prüfbedingungen – sie repariert keinen Sensor, keinen Katalysator und keinen Partikelfilter.

Wie bereitet man sich fair auf die AU vor?

Eine sinnvolle Vorbereitung beeinflusst das Fahrzeug nicht künstlich, sondern schafft normale Prüfbedingungen:

  1. Kontrollieren Sie, ob die Motorwarnleuchte oder eine Abgaswarnung leuchtet.
  2. Lassen Sie auffällige Geräusche, Leistungsverlust oder erhöhten Verbrauch vorab diagnostizieren.
  3. Prüfen Sie, ob die Abgasanlage sichtbar beschädigt oder undicht ist.
  4. Fahren Sie das Fahrzeug vor dem Termin im normalen Straßenverkehr warm.
  5. Löschen Sie den OBD-Speicher nicht kurz vor der Prüfung.
  6. Bringen Sie Fahrzeugschein und vorhandene Prüf- oder Reparaturunterlagen mit.
  7. Folgen Sie bei Hybridfahrzeugen den Hinweisen der Prüfstelle zum Betriebsmodus.

Die gesetzlichen Grundlagen zur HU und AU finden sich in § 29 StVZO und den Anlagen VIII und VIIIa. Der ADAC erklärt den Zusammenhang zwischen HU und AU verständlich und weist darauf hin, dass eine separat durchgeführte AU zum HU-Termin nur innerhalb des zulässigen Zeitraums berücksichtigt werden kann.

Abgasuntersuchung in Berlin: Welche Leistungen bietet MAG?

Die MAG Prüfstation in Berlin-Pankow führt die Hauptuntersuchung im Auftrag von TÜV NORD Mobilität durch. Für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gehört die Abgasuntersuchung zum Prüfablauf, wenn sie nach den gesetzlichen und fahrzeugbezogenen Vorgaben erforderlich ist.

Wenn Sie unsicher sind, ob vor der HU eine Diagnose, eine Änderungsabnahme oder eine weitere Prüfung sinnvoll ist, können Sie vorab Kontakt zu MAG Ingenieure aufnehmen. Ihren Termin für die Hauptuntersuchung in Berlin-Pankow buchen Sie online. So lässt sich der Prüfablauf besser planen, und offene Fragen können frühzeitig geklärt werden.

Stand: 15. September 2026. Angaben dienen der allgemeinen Information. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften, die Fahrzeugdaten und die Vorgaben der anerkannten Untersuchungsstelle.

Quellen und weiterführende Informationen