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Anhänger zur HU – welche Prüfungen sind besonders wichtig?

Prüfingenieur kontrolliert Beleuchtung und Kupplung eines Pkw-Anhängers in einer Berliner Prüfstation

Wer einen Anhänger zur HU vorführt, sollte Beleuchtung, Reifen, Rahmen und Kupplungseinrichtung vorher kontrollieren. Denn bei einem Anhänger zur HU achten Prüfingenieure besonders auf sicherheitsrelevante Bauteile, die Stabilität und die korrekte Verbindung mit dem Zugfahrzeug. Die Hauptuntersuchung bewertet die Verkehrssicherheit und die Einhaltung der technischen Vorschriften. Anlage VIII StVZO

Welche Prüfungen sind beim Anhänger zur HU wichtig?

Bei der HU untersucht der Prüfingenieur den Anhänger unter anderem durch Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfungen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bereiche:

BauteilWorauf wird geachtet?Typische Mängel
BeleuchtungFunktion, Befestigung, Streuscheiben, Rückstrahler und SteckerAusfall, Korrosion, Wackelkontakt
Reifen und RäderProfil, Beschädigungen, Luftdruck, Größe, Tragfähigkeit und RadbefestigungRisse, Beulen, falsche Reifen, lockere Radmuttern
Rahmen und FahrwerkKorrosion, Risse, Verformungen, Achse, Aufhängung und BodenDurchrostung, beschädigte Schweißnähte, ausgeschlagene Bauteile
KupplungseinrichtungKupplungskopf, Verriegelung, Zugrohr, Schraubverbindungen und SicherungsseilVerschleiß, fehlende Sicherung, beschädigte Deichsel

Die Beleuchtung muss nicht nur funktionieren, sondern auch sicher befestigt sein. Deshalb sollten Sie Rückleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung und Rückstrahler prüfen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf den 7- oder 13-poligen Stecker, weil Feuchtigkeit und Korrosion häufig zu Kontaktproblemen führen.

Bei den Reifen zählen neben dem Profil auch der allgemeine Zustand und die passende Tragfähigkeit. Ein Reifen darf weder Risse noch sichtbare Schäden aufweisen, und er muss zur Eintragung beziehungsweise zur Genehmigung des Anhängers passen. Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter O.1 für gebremste und O.2 für ungebremste Anhänger. ADAC: Anhängelast

Was wird an Rahmen und Kupplung geprüft?

Der Rahmen muss die Last dauerhaft aufnehmen können. Deshalb sucht der Prüfingenieur nach Durchrostungen, Rissen, Verformungen und unsachgemäßen Reparaturen. Auch die Verbindung zwischen Rahmen, Achse, Deichsel und Aufbau spielt eine wichtige Rolle.

Bei der Kupplungseinrichtung kontrolliert die HU insbesondere den Verschleiß und die Verriegelung. Der Kupplungskopf muss sicher auf der Kugel des Zugfahrzeugs einrasten, und die Anzeige an der Kupplung sollte die korrekte Verriegelung bestätigen. Zudem müssen Zugrohr, Befestigungen, Stützrad und Sicherungseinrichtungen unbeschädigt sein.

Bei einem gebremsten Anhänger gehört das Abreißseil an die dafür vorgesehene Öse des Zugfahrzeugs. Es muss so angebracht sein, dass es nicht einfach abrutschen kann. Der ADAC erläutert die richtige Sicherung und das Ankuppeln.

Gebremster oder ungebremster Anhänger: Was ist der Unterschied?

Ein gebremster Anhänger besitzt eine eigene Bremsanlage. Bei vielen Pkw-Anhängern arbeitet sie als Auflaufbremse: Wenn der Anhänger beim Bremsen auf das Zugfahrzeug aufläuft, aktiviert die Mechanik die Radbremsen.

Bei der HU prüft der Prüfingenieur deshalb zusätzlich:

  • Auflaufvorrichtung und Auflaufweg
  • Bremsgestänge und Bowdenzüge
  • Radbremsen
  • Feststellbremse
  • Bremswirkung links und rechts
  • Zustand und Befestigung des Abreißseils

Die StVZO sieht für Fahrzeuge mit eigener Bremsanlage zu Beginn der HU eine kurze Fahrt zur Konditionierung und Prüfung vor. Anlage VIIIa StVZO

Ein ungebremster Anhänger besitzt dagegen keine eigene Betriebsbremse. Dadurch konzentriert sich die Prüfung stärker auf Reifen, Räder, Achse, Rahmen, Deichsel, Kupplung und Beleuchtung. Außerdem gelten für das Zugfahrzeug und den Anhänger besondere Grenzen bei der zulässigen Gesamtmasse und Anhängelast.

Ungebremste Anhänger werden häufig für leichtere Transporte genutzt, aber eine falsche Beladung kann auch bei ihnen das Fahrverhalten deutlich verschlechtern. Bei Fahrten ins Ausland müssen Sie außerdem die jeweiligen Regeln zur zusätzlichen Sicherungsverbindung prüfen. In Österreich, der Schweiz und den Niederlanden gelten teilweise strengere Vorgaben für ungebremste Anhänger. ADAC: Sicherungsseil bei Anhängern

Welche Unterlagen sollten Sie zur HU mitbringen?

Für die Anhänger-HU sollten Sie möglichst folgende Unterlagen bereithalten:

  1. Zulassungsbescheinigung Teil I, also den Fahrzeugschein.
  2. Letzten HU-Bericht, falls dieser vorliegt.
  3. ABE, Teilegutachten oder Änderungsabnahmen für nachgerüstete Bauteile.
  4. Genehmigungs- oder Herstellerunterlagen bei importierten oder individuell aufgebauten Anhängern.
  5. Nachweise zu technischen Änderungen, etwa bei anderer Bereifung, einer geänderten Auflaufeinrichtung oder einem speziellen Aufbau.

Wenn der letzte Untersuchungsbericht nicht vorliegt, kann der Halter eine Zweitschrift bei der damaligen Prüfstelle anfordern. Alternativ kann eine neue Untersuchung erforderlich werden. Das regelt § 29 StVZO.

Bringen Sie den Anhänger möglichst leer und sauber zur Prüfung. So kann der Prüfingenieur Boden, Rahmen, Befestigungen und Ladungssicherungseinrichtungen besser sehen.

Was gilt für die Ladungssicherung?

Die HU ersetzt keine Kontrolle der Ladungssicherung, aber eine unsichere Ladung kann das gesamte Gespann gefährden. Schwere Gegenstände gehören möglichst tief und nahe der Achse auf den Anhänger. Gleichzeitig sollte die Stützlast im zulässigen Bereich liegen, weil eine zu geringe oder zu hohe Stützlast das Fahrverhalten verschlechtert.

Achten Sie deshalb auf:

  • zulässiges Gesamtgewicht und Nutzlast
  • zulässige Achslast und Stützlast
  • gleichmäßige Gewichtsverteilung
  • geeignete Zurrgurte und stabile Zurrpunkte
  • geschlossene Bordwände oder eine geeignete Abdeckung
  • Sicherung gegen Verrutschen, Umfallen und Herabfallen
  • Kontrolle der Ladung nach den ersten Kilometern

Der ADAC weist darauf hin, dass falsche Beladung zu Schleudern oder sogar zum Umkippen führen kann.

Wer mit einem Anhänger in Berlin oder im Umland unterwegs ist, sollte die Prüfung nicht erst kurz vor Ablauf der HU planen. Bei der MAG Prüfstation in Berlin-Heinersdorf können Sie einen HU-Termin anfragen und klären, welche Unterlagen für Ihren Anhänger erforderlich sind. Wenn Sie unsicher sind, hilft außerdem eine direkte Kontaktaufnahme mit MAG Ingenieure, bevor Sie zur Prüfung kommen.

Merksatz: Beleuchtung, Reifen, Rahmen, Kupplung und – bei gebremsten Anhängern – die Bremsanlage entscheiden wesentlich über die Sicherheit bei der HU.

Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften und die konkrete Genehmigung des Anhängers. Stand: 15. September 2026.