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Was wird beim TÜV eines Elektroautos geprüft?

Prüfingenieurin kontrolliert ein Elektroauto auf der Prüfstraße in einer Kfz-Prüfstelle in Berlin

Beim TÜV Elektroauto prüft der Sachverständige nicht nur Akku und Elektromotor, sondern das komplette Fahrzeug. Denn auch ein Stromer muss verkehrssicher, vorschriftsmäßig und umweltverträglich sein. Deshalb kontrolliert die Hauptuntersuchung (HU) unter anderem Bremsen, Reifen, Beleuchtung, Lenkung, Fahrwerk, Karosserie und sicherheitsrelevante Warnanzeigen.

Die wichtigsten Besonderheiten liegen jedoch beim Hochvoltsystem und bei den Bremsen. Während die Rekuperation im Alltag Energie zurückgewinnt, nutzt sie die mechanische Bremsanlage seltener. Dadurch können Bremsscheiben trotz geringer Laufleistung rosten.

Welche Teile prüft der TÜV am Elektroauto?

Die Hauptuntersuchung richtet sich nach dem allgemeinen Prüfkatalog. Die rechtliche Grundlage bilden § 29 StVZO sowie die dazugehörigen Anlagen VIII und VIIIa. Der Gesetzestext zur Hauptuntersuchung beschreibt das Ziel der HU, während die Anlage VIIIa StVZO den technischen Untersuchungsumfang konkretisiert.

Typische Prüfpunkte am Elektroauto sind:

  • Bremsanlage: Bremswirkung, Gleichmäßigkeit, Zustand der Bremsscheiben und Bremsleitungen
  • Reifen und Räder: Profil, Beschädigungen, Luftdruck und korrekte Radbefestigung
  • Lenkung und Fahrwerk: Spiel, Lager, Gelenke, Federn, Stoßdämpfer und Achsaufhängungen
  • Beleuchtung: Scheinwerfer, Blinker, Bremsleuchten, Rückleuchten, Warnblinker und Kennzeichenbeleuchtung
  • Karosserie und Unterboden: tragende Teile, Korrosion, Beschädigungen und sichere Befestigungen
  • Scheiben und Sicht: Windschutzscheibe, Spiegel, Scheibenwischer und Waschanlage
  • Sicherheitsausstattung: Sicherheitsgurte, Airbag-Warnleuchte und weitere Kontrollanzeigen
  • Elektronische Systeme: soweit sie für die Verkehrssicherheit oder die vorgeschriebene Ausstattung relevant sind

Ein Elektroauto erhält also keinen vereinfachten „Akku-TÜV“. Der ADAC erklärt den allgemeinen Ablauf von HU und AU, wobei die konkrete Prüfung immer vom Fahrzeugtyp, Baujahr und den geltenden Vorgaben abhängt.

Was ist beim Hochvoltsystem besonders?

Hochvoltsysteme arbeiten je nach Fahrzeug häufig mit mehreren hundert Volt. Dazu gehören unter anderem die Antriebsbatterie, orangefarbene Hochvoltleitungen, Leistungselektronik, Elektromotor und Ladeeinrichtungen. Diese Bauteile dürfen nur speziell qualifizierte Fachkräfte öffnen oder reparieren.

Bei der HU steht deshalb vor allem der sichere, von außen erkennbare Zustand im Mittelpunkt. Der Prüfer achtet beispielsweise auf sichtbare Beschädigungen am Unterboden, lose oder beschädigte Abdeckungen, auffällige Leitungen sowie Warn- und Fehlermeldungen. Nach einem Unfall sollte ein Elektroauto mit möglicher Beschädigung der Batterie nicht einfach zur HU gefahren werden. Eine Fachwerkstatt muss zuerst klären, ob das Fahrzeug sicher bewegt werden kann.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zwischen HU und Batterie-Gesundheitsprüfung: Ein standardisierter Test des Batteriezustands, also des sogenannten State of Health (SoH), gehört nicht automatisch als einheitlicher Zusatztest zu jeder HU. Der TÜV-Verband fordert deshalb zusätzliche Prüfpunkte für Hochvoltsystem und Batteriezustand. Der Verband hatte bereits zuvor eine systematischere Prüfung von Isolationswiderstand und Potenzialausgleich angeregt, wie der Beitrag zu zusätzlichen Prüfpunkten für E-Autos zeigt.

Merksatz: Die HU prüft die Verkehrssicherheit des Elektroautos. Sie ersetzt jedoch keine ausführliche Akku-Diagnose oder Reparatur am Hochvoltsystem.

Warum sind Bremsen bei E-Autos ein Thema?

Elektroautos verzögern häufig über die Rekuperation. Dabei arbeitet der Elektromotor beim Verzögern als Generator und speist Energie zurück in die Batterie. Die klassische Reibungsbremse kommt deshalb im Alltag weniger zum Einsatz.

Das spart zwar Bremsbelag, kann aber andere Folgen haben. Bremsscheiben erreichen seltener hohe Temperaturen, und Feuchtigkeit oder Streusalz können Rost fördern. Außerdem können die Beläge anliegen, ungleichmäßig verschleißen oder an Wirkung verlieren. Der TÜV-Verband weist auf die besondere Rostgefahr bei Bremsen von E-Autos hin.

Bei der HU zählt nicht, ob das Fahrzeug normalerweise stark rekuperiert. Entscheidend ist, ob die mechanische Bremsanlage eine ausreichende und gleichmäßige Bremswirkung erreicht. Der Sachverständige kann das Fahrzeug daher auf dem Bremsprüfstand prüfen und die Bauteile zusätzlich sichtbar kontrollieren.

Auch das höhere Fahrzeuggewicht vieler Elektroautos beansprucht Fahrwerk und Achsaufhängungen. Der TÜV-Report 2025 nennt deshalb Bremsen und Achsaufhängungen als Bereiche, auf die Halter besonders achten sollten.

Welche Unterlagen und Vorbereitungen sind sinnvoll?

Für den HU-Termin sollten Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I mitbringen. Bei nachträglichen Änderungen gehören außerdem ABE, Teilegutachten, Änderungsabnahmen oder andere Fahrzeugdokumente ins Handschuhfach. Das gilt beispielsweise für geänderte Räder, Fahrwerksteile oder eine nachgerüstete Anhängerkupplung.

Vor dem Termin hilft diese kurze Checkliste:

  1. Kontrollieren Sie alle Leuchten und Warnblinker.
  2. Prüfen Sie Reifenprofil, Luftdruck und sichtbare Beschädigungen.
  3. Achten Sie auf Rost, Schleifgeräusche oder auffällige Bremsgeräusche.
  4. Kontrollieren Sie Scheibenwischer, Waschanlage und Sichtfeld.
  5. Lesen Sie Warnmeldungen im Fahrzeugdisplay und lassen Sie relevante Fehler vorher diagnostizieren.
  6. Sorgen Sie für ausreichend Ladestand, damit das Fahrzeug auf dem Gelände sicher bewegt werden kann.
  7. Lassen Sie Unterboden und Hochvoltbereich nach einem Unfall zuerst fachgerecht prüfen.
  8. Öffnen oder reparieren Sie orangefarbene Hochvoltkomponenten niemals selbst.

Eine regelmäßige Werkstattkontrolle ersetzt die HU nicht, sie kann jedoch typische Mängel frühzeitig erkennen. Der TÜV-Verband empfiehlt bei E-Autos regelmäßige Kontrollen von Batterie, Bremsen und Reifen.

TÜV Elektroauto in Berlin-Pankow: Was bietet MAG?

Bei MAG Ingenieure in Berlin-Pankow können Sie die Hauptuntersuchung für Ihr Elektroauto im Rahmen der amtlichen Fahrzeugprüfung durchführen lassen. Als TÜV-NORD-Partner prüfen wir Ihr Fahrzeug nach den geltenden Vorgaben und erklären Ihnen festgestellte Mängel verständlich.

Wenn Ihr Elektroauto Umbauten, Sonderräder oder andere technische Änderungen hat, können zusätzlich eine Änderungsabnahme nach § 19.3 StVZO oder – je nach Umfang – eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO erforderlich sein. Für eine konkrete Einschätzung können Sie die MAG-Terminbuchung nutzen oder über das Kontaktformular von MAG Ingenieure eine Anfrage stellen.

MAG Ingenieure ist in Berlin und im Umland persönlich erreichbar. Bei individuellen Gutachtenanfragen kann MAG Gutachten außerdem bundesweit tätig werden; bei einem Unfall mit möglichem Batterieschaden sollte jedoch zuerst eine fachkundige Sicherheitsprüfung des Fahrzeugs erfolgen.

Häufige Fragen zum TÜV beim Elektroauto

Prüft der TÜV die Reichweite oder die Akkukapazität?

Nein, die normale HU bewertet nicht die Reichweite als Komfort- oder Verkaufsmerkmal. Ein separater Batterietest kann den State of Health ermitteln, gehört aber nicht automatisch zum regulären HU-Prüfumfang.

Kann ein Elektroauto wegen der Bremsen durchfallen?

Ja. Rost, eine ungleichmäßige Bremswirkung, beschädigte Leitungen oder eine unzureichende Bremsleistung können zu einer Beanstandung führen. Deshalb sollten Halter die mechanische Bremse trotz Rekuperation regelmäßig kontrollieren lassen.

Muss ich den Akku vor der HU vollständig laden?

Nein. Ein voller Akku ist normalerweise nicht erforderlich. Das Fahrzeug sollte jedoch ausreichend geladen sein, damit es sicher gestartet und auf dem Prüfplatz bewegt werden kann.

Fazit: Elektroautos brauchen eine normale HU mit zusätzlichen Blickpunkten

Beim TÜV Elektroauto prüft der Sachverständige die klassischen sicherheitsrelevanten Bauteile und berücksichtigt zugleich die Besonderheiten des elektrischen Antriebs. Bremsen, Achsaufhängungen, Reifen, Warnanzeigen und sichtbare Schäden am Unterboden verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Wer die Unterlagen bereitlegt, Warnmeldungen vorher klärt und Hochvoltbereiche nicht selbst öffnet, reduziert unnötige Verzögerungen. Für eine Hauptuntersuchung in Berlin-Pankow können Sie direkt einen Termin bei MAG Ingenieure vereinbaren.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Maßgeblich sind die zum Prüfzeitpunkt geltenden gesetzlichen Vorschriften, fahrzeugbezogenen Vorgaben und der konkrete Untersuchungsbericht.

Stand: 27. August 2026

Quellen und weiterführende Informationen

  1. § 29 StVZO – Untersuchung der Fahrzeuge
  2. Anlage VIII StVZO – Hauptuntersuchung
  3. Anlage VIIIa StVZO – Durchführung der HU
  4. TÜV-Verband: TÜV-Report 2025 – Elektroautos mit Licht und Schatten
  5. TÜV-Verband: Sicherer Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen
  6. ADAC: HU und AU – Wissenswertes zur Hauptuntersuchung